4 Tipps für den perfekten Keyboard-Mix

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Eine Gitarre hat eine Range von rund dreieinhalb Oktaven, ein Bass drei, viele Vocals laufen auch über mehrere Oktaven. Keyboards haben aber einen Tonumfang von sieben Oktaven oder mehr. Gleichzeitig decken sie fast das ganze Frequenzspektrum ab, vergleichbar eigentlich nur mit dem Schlagzeug: vom fetten Bass bis hin zu extremen Höhen.

Die Herausforderung ist es nun, die Keyboards so in einem Mix einzubetten, dass sie nicht alles zudecken und dominieren, es sei denn, die Musik ist so konzipiert.

Das Zusammenspiel von elektronischen und akustischen Klängen

Nimmt man akustische oder elektrische Instrumente in erster Linie über Amps und Mikrofone auf, dann wird ein Keyboard, das man direkt über Line Out abnimmt, im Vergleich zu den anderen Instrumenten irgendwie merkwürdig und leblos klingen.

Es fehlt halt der Raumanteil der akustisch aufgenommenen Instrumente. Dazu werden die Keyboards deutlich brillanter klingen als die anderen Signale.

Um den Mix harmonischer gestalten zu können, sollte man die nachfolgenden vier Regeln, einzeln oder kombiniert, beachten:

  • Reduziere ein wenig die Höhen. Beschneidet man das Direktsignal bei ca. 10 kHz um 1,5 dB wird das Frequenzspektrum der Keyboards besser mit dem der akustischen und elektrischen Instrumenten harmonieren.
  • Schließe das Keyboard zusätzlich an einen Amp an, nimm das Signal per Micro auf und mische es mit dem Direktsignal. Gelingt die Mikrofon-Aufnahme gut, dann wird man geneigt sein, das Direktsignal gar nicht mehr zu verwenden. Eine PA oder ein PA/Instrumenten-Verstärker wie der Bose L1 erzeugt dabei einen neutralen Sound, ein Gitarrenamp verleiht dem Sound mehr Charakter.
  • Spiele das Direktsignal über die Monitorboxen ab und nimmt das per Mikro auf. Das wäre eine Lösung, wenn man keinen externen Amp zur Verfügung hat. Auch auf diese Weise bekommt der Sound mehr Atmosphäre.
  • Mische ein paar kurze Delays (1530 ms) in leichten Anteilen zum Direktsound. Damit kann man die für einen Raum typischen ersten Reflexionen simulieren. Ca. 8 Taps (Delays) wären richtig, weniger erzeugen keinen realistischen Sound.

Nutze die Panorama-Funktion

Keyboard-Panning
Abb.1: Die Synthesizer liegen im Panorama eher links, die Gitarren rechts. Dies lässt ausreichend Platz für die Vocals und andere Instrumente in der Mitte.

Die Synthesizer liegen im Panorama eher links, die Gitarren rechts. Dies lässt ausreichend Platz für die Vocals und andere Instrumente in der Mitte. Die meisten aktuellen Keyboards verfügen über Stereo-Ausgänge, alleine schon um die meist integrierten Stereo-Effekte und die Panorama-Funktionen nutzen zu können. Manchmal verteilt sich das Spiel von rechter und linker Hand entsprechend auf die Lautsprecher. Manchmal kommen aber auch bei Split- und Layer-Sounds die Sound von links und rechts.

Betrachtet man mal die Instrumente in einer Band, dann stellt man fest, dass eigentlich alle, außer dem Schlagzeug, monophone Signal abgeben, sei es die Gitarre, der Bass und oder ein Blasinstrument. Nur durch Hinzunahme von Raumeffekten (Hall, Delay) werden aus den Mono- Stereo-Signale. Wenn das Keyboard aber schon durch die eingebauten Effekte und Layer die ganze Panorama-Verteilung abdeckt, dann wird es schwer, andere Instrumente richtig zu platzieren.

Keyboard Channel-Tools
Abb2:Das Channel Tool Plug-in von Sonar erlaubt nicht nur eine Panoramaverteilung von links nach rechts, sondern auch eine individuelle Einstellung der Raumtiefe.

Um das im Mix umzusetzen legt man den linken Kanal der Keyboards auf die äußerste linke Panorama-Seite und den rechten Kanal entsprechend kurze vor der Center-Position. Wenn man ein Stereo-Signal aufgenommen hat, dann sollte man dies in zwei Mono-Kanäle aufteilen, damit man die Signale individuell im Raum links/rechts verteilen kann.

Stereo-Sound eines Keyboards

Sonar-User können z.B. mit den Channel Tool Plug-ins ein Signal nicht nur von rechts nach links verschieben, sondern auch in der Raumtiefe (vorne/hinten) platzieren. So könnte man jetzt den Stereo-Sound eines Keyboards auf extrem links und links von der Raum-Mitte verteilen.

Mit anderen Worten: Die Keyboard-Sounds bewegen sich von links bis kurz vor der Center-Position.

Also merke: Das Geheimnis eines guten Mixes besteht in der optimalen Balance zwischen allen Instrumenten. Ziel ist es, einen optimalen Gesamtsound zu kreieren, der aber so klar ist, dass man die Bestandteile jederzeit erkennen kann. Es kommt dabei auch nicht darauf an, wie ein Instrument „solo“ klingt, sondern wie es sich ins Gesamtgefüge einbettet.

Die oben angeführten Tipps können eine wertvolle Hilfe für einen optimalen Mixdown sein.