10 Mixing-Tipps: So klingt eure Musik aufgeräumt!

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Nach der Aufnahme der Instrumente sollte eure Musik noch gemischt werden, um ein professionelles Klangbild zu erreichen. Doch was ist Mixing eigentlich? In diesem Artikel erklären wir euch alles Wichtige zum Thema „Musik richtig abmischen“ und geben euch 10 Mixing-Tipps an die Hand, die eure Songs professioneller klingen lassen.

Viele Musiker stellen sich nach den Aufnahmen eines Songs folgende Frage: „Wieso klingt mein Track nicht so wie die Musik im Radio?“ Die Antwort ist eigentlich immer dieselbe: Weil er noch nicht gemischt und gemastert wurde.

Doch fangen wir von vorne an. Einer der wichtigsten Pfeiler für einen guten Mix sind gute Aufnahmen der verwendeten Instrumente. Je besser die Audio-Signale sind, je besser wird euer Mix. Ein Beispiel: Ein Song, dessen Ausgangsmaterial eine schlechte Qualität aufweist, weil Rauschen oder Übersteuerungen das Signal zerstören, wird auch durch einen Mixing-Techniker mit dem besten Equipment später nicht gut klingen. Hier gilt das Motto: Shit In/Shit Out.

Schooljam Tipp: Ihr wollt wissen, wie ihr eure Musik aufnehmen könnt? Dann schaut doch bei unserem Artikel „Zuhause Musik produzieren: So nehmt ihr eure Musik zu Hause auf“ vorbei.

Auch das Timing der Musiker sowie gestimmte Instrumente sind schon während der Aufnahmen wichtig, um überhaupt einen guten Mix erstellen zu können. Seid ihr mit der Qualität der Aufnahmespuren zufrieden, könnt ihr mit dem Abmischen beginnen. Doch zuerst erklären wir euch, was Mischen und Mastering eigentlich bedeutet.

Schooljam Tipp: Schon während der Aufnahme könnt ihr mit Hardware-Gerätschaften wie Kompressoren und Equalizern ein gutes Klangbild erreichen und das Signal beeinflussen. Doch hier ist Vorsicht geboten: Einmal aufgenommen, lassen sich die Effekte nicht mehr von der Spur entfernen. Eine Aufnahme ohne beeinflussende Geräte ist besonders für Anfänger zu empfehlen.

Musik richtig abmischen: Was ist Mixing?

Wenn ihr einen Song aufgenommen hab, setzt sich dieser aus vielen Einzelspuren zusammen. Einfach gesagt „vermischt“ ihr beim Mixing alle Tracks zu einer musikalischen Einheit – so als würdet ihr einen Kuchen mit verschiedenen Zutaten backen, der natürlich auch gut schmecken soll. Im besten Fall verfügt jedes Instrument über einen eigenen Channel im Arrangierfenster eures Aufnahme-Programms. Oft wird es sich hier um Mono-Spuren handeln, also einen Audio-Track, der mit einem Mikrofon aufgenommen wurde.

Was ist Mixing?
Was ist Mixing?

Das Abmischen eines Songs beinhaltet mehrere Dinge. Ihr sorgt hier zum einen dafür, dass die Lautstärkeverhältnisse der Instrumente aneinander angepasst werden. Außerdem ist es wichtig, die Frequenzbereiche der verschiedenen Signale durch Absenkungen und Anhebungen mit einem Equalizer zu definieren.

Gibt es bei einem Audio-Track unangenehme Lautstärkeschwankungen, könnt ihr diese mit einem Kompressor in den Griff bekommen. Ein guter Mix lebt aber auch durch eine durchdachte Verteilung der Instrumente im Stereo-Panorama. Zu Beginn werden alle eure Mono-Spuren aus der Mitte kommen. Mit dem Pan-Regler im Mixer eurer Aufnahme-Software könnt ihr die Spuren im Stereo-Panorama verteilen.

Außerdem ist es wichtig, eurem Ausgangsmaterial mehr Tiefe beziehungsweise Räumlichkeit zu verleihen. Hierfür benötigt ihr einen Hall und/oder Delay-Effekt. Bei den meisten professionellen Aufnahme-Programmen sind alle notwendigen Effekte virtuell als sogenannte Plugins enthalten.

Musik richtig abmischen: Was ist Mastering?

 „Beim Mastering wird die Musik laut gemacht.“ Diesen Satz habe ich schon oft von Menschen gehört, die sich mit den Abläufen einer Musikproduktion nicht gut auskennen. Ein Mastering-Engineer nimmt sich die fertige Abmischung eines Songs vor, um dieser den letzten Feinschliff zu verpassen.

Der Ausgangspunkt eines Masterings ist entweder ein Stereofile der Mischung oder einzelne Instrumentengruppen in sogenannten Stems zusammengefasst – beispielsweise alle abgemischten Schlagzeug-, Gitarren-, Bass-, und Gesangspuren in je einer Stereodatei. Mastering ist der letzte Schritt in der Audiopostproduktion, bevor der fertige Song zum Presswerk oder zu Spotify geschickt wird. Der Techniker sorgt unter anderem dafür, dass euer Track auf vielen verschiedenen Abspielgeräten wie Smartphones, einem Küchenradio oder einer teuren Anlage gut klingt.

Außerdem soll dem Tonmaterial eine bessere Qualität verliehen werden. Dabei spielen ein ausgeglichener Frequenzgang und ein ausgewogenes Stereobild eine wichtige Rolle. Zusätzlich wird eure Musik jedoch auch lauter gemacht. Kurz gesagt ist Mastering der letzte Feinschliff eurer Musik vor der Veröffentlichung. Ein befreundeter Engineer sagte mir einmal, dass ein professionelles Mastering den Mix um zwei Schulnoten verbessern kann.

Schooljam Tipp: Habt ihr den Mix eures Songs selbst erstellt, ist es ratsam, das Mastering extern zu vergeben. So wird euer Song durch ein frisches Paar Ohren gehört und ihr bekommt so auch gleich noch ein Feedback zu eurer Mischung. Masterings sind mit rd. 100 Euro pro Song auch recht günstig.

Musik richtig abmischen: 10 Mixing-Tipps

Das Abmischen einer Musikproduktion erfordert viel Erfahrung und Know-how. Doch auch hier gilt: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Mit diesen 10 Mixing-Tipps werden eure Produktionen besser klingen – auch wenn ihr gerade erst euren ersten Mix erstellt.

1. Auf verschiedenen Systemen abhören

Um eine gute Mischung zu erstellen, ist es wichtig, dass ihr die aufgenommenen Spuren eures Songs so neutral wie möglich hören könnt. Hierfür benötigt ihr gute Studiolautsprecher. Diese erlauben es euch, das Ausgangsmaterial richtig einzuschätzen.Genauso wichtig ist, dass ihr euren Song auf verschiedenen Wiedergabesystemen testet und gegebenenfalls anpasst. Hier könnt ihr auf Gerätschaften zurückgreifen, die ihr gut kennt, wie beispielsweise ein Küchenradio, euren Bluetooth-Speaker oder Kopfhörer. Euer Mix soll im besten Fall auf allen Abspielgeräten gut klingen.

2. Mit der richtigen Lautstärke abhören

Beim Mixing kommt es vor, dass die Abhörlautstärke nach und nach erhöht wird, weil der Song in der eigenen Wahrnehmung lauter oft besser klingt. Zudem gewöhnt sich das Gehör an die immer lauteren Pegel, weswegen man dazu neigt, den Laustärkeregler immer weiter aufzudrehen.
Ein Nachteil an dieser Arbeitsweise ist, dass das Gehör so schneller ermüdet und getroffene Einstellungen schlechter beurteilt werden können. Außerdem könnt ihr euer Gehör bei zu lautem Abhören schädigen.

Schauen wir uns zudem die sogenannten Fletcher-Munson-Kurven beziehungsweise die Kurven gleicher Lautstärke an. Diese zeigen, dass unser Gehör nicht im Stande dazu ist, linear zu hören. Einfach gesagt, werden gleich laute, aber unterschiedliche Frequenzen innerhalb des Hörspektrums, nicht gleich laut wahrgenommen. Diese Wahrnehmung ändert sich zudem durch die Lautstärke der abgehörten Musik.

So müssen tiefe und hohe Frequenzbereiche bei niedrigeren Pegeln stärker angehoben werden, um so laut wie ein Referenzton im Mittenbereich wahrgenommen zu werden. Je lauter ihr abhört, je mehr gleichen sich die Frequenzbereiche an. Das kann dazu führen, dass ihr bei einem niedrigen Pegel den Bassbereich betont und dieser dann bei einem hohen Pegel überbetont klingt und umgekehrt. Deswegen ist es wichtig, Mischungen bei unterschiedlichen Lautstärken zu prüfen. Meist genügt es jedoch, nur ganz kurz laut abzuhören, um euren Mix zu testen.

Übrigens: Mittenlastiger gemischte Musik wirkt bei gleichem Pegel lauter, eine basslastigere Mischung leiser. Zwischen 80 und 90 dB SPL nehmen wir das Soundbild am linearsten wahr. Diese Abhörlautstärke ist jedoch schon recht laut und kann euer Gehör auf Dauer ermüden. Wir empfehlen euch, leiser abzuhören. Seht diesen Bereich als Richtwert und überprüft ab und an euren Mix bei dieser Lautstärke.

Schooljam Tipp: Beim Mixing ist es wichtig, genügend Pausen einzulegen, um das Gehör vor einer Ermüdung zu schützen. Legt alle zwei bis drei Stunden eine Pause von mindestens 15-20 Minuten ein. Wenn ihr merkt, dass ihr Einstellungen trotz dieser Pausen nicht mehr richtig einschätzen könnt, solltet ihr aufhören und am nächsten Tag weitermachen.

3. Referenztracks nutzen

Ein Referenztrack ist ein professionell abgemischter Song eines Künstlers oder einer Band, der besonders nah an das gewünschte Klangbild eures Mixes herankommt. Diesen solltet ihr auf eine eigene Spur eurer Recording-Session legen und ab und an mit eurem Mix vergleichen.

Referenztracks nutzen
Referenztracks nutzen

Achtet unbedingt darauf, den Referenztrack auf die Lautstärke eures Songs anzupassen, um einen Vergleich bei gleicher Lautstärke zu realisieren. Außerdem sollte der Song über einen Ausgang ausgegeben werden, der keine Effekte beziehungsweise Plugins enthält. Ein Vorteil beim Arbeiten mit Referenztracks ist, dass ihr eine Vorlage habt, an der ihr euch beim Mischen eures Songs orientieren könnt.

Schooljam Tipp: Achtet darauf, dass euer Referenztrack nicht als MP3-Version vorliegt. Dieses Format ist stark komprimiert, weswegen wichtige Klanginformationen verloren gehen. Wir empfehlen euch das Arbeiten mit .WAV-Dateien.

4. Laustärkeverhältnisse anpassen

Kommen wir zum eigentlichen Mixing-Prozess. Ihr habt eure Abhöre auf eine für euch angenehme Lautstärke eingestellt, euer Projekt geöffnet und einen passenden Referenztrack in eure Recording-Session geladen. Diesen solltet ihr aber unbedingt erst einmal stumm schalten. Nun gilt es, die Lautstärkeverhältnisse der einzelnen Instrumente zueinander einzustellen.

Sucht im Arrangierfenster eurer DAW einen Part des Songs, in dem alle oder ein Großteil der Instrumente spielen. In vielen Fällen eignet sich der Refrain am besten. Aktiviert nun die Loop-Funktion, sodass sich dieser wiederholt. Als nächstes regelt ihr die Fader all eurer Spuren so weit nach unten, wie es geht. Alle Instrumente sind nun nicht mehr zu hören.

Lautstärkeverhältnisse einstellen
Lautstärkeverhältnisse einstellen

Ein guter Weg, um die Lautstärkeverhältnisse anzupassen, ist, mit dem wichtigsten Element des Mixes zu beginnen. In vielen Fällen handelt es sich hierbei um Teile der Rhythmusgruppe wie die Bass- und Snare-Drum oder den Gesang. Nehmt nun beispielsweise die Bass-Drum zur Hand und macht diese mit dem virtuellen Lautstärkeregler (Fader) der Spur lauter.

Orientiert euch dabei unbedingt an der Pegelanzeige des sogenannten Masters eurer DAW. Dieser befindet sich meistens ganz rechts im Mixerfenster. Der Ausschlag der Anzeige sollte auf dieser Spur im Mixingprozess bei rund -6dB liegen. An diesem Wert könnt ihr euch während der Anpassung der Lautstärkeverhältnisse orientieren. So lasst ihr genug Headroom beziehungsweise Platz, um den Song beim Mastering lauter machen zu können.

Habt ihr die Bassdrum auf rund -6dB eingestellt, könnt ihr langsam die Gesangsspur dazu fahren, bis sie eine für euch passende Lautstärke erreicht hat. Nun könnt ihr nach und nach alle weiteren Spuren dazu regeln. Seid ihr mit den Lautstärkeverhältnissen zufrieden, richtet euren Blick wieder auf den Masterfader. Dieser wird jetzt vermutlich einen höheren Ausschlag als -6dB anzeigen.

Wählt nun alle Spuren aus, um alle Fader gleichzeitig soweit nach unten zu bewegen, dass der Pegel der Masterspur wieder bei um die -6dB liegt. So behaltet ihr das Lautstärkeverhältnis der Spuren zueinander bei, sorgt jedoch gleichzeitig für genug Headroom auf der Master-Spur. Sollte der Master schon während der Anpassung der Instrumente übersteuern, könnt ihr alle bereits hinzugeschalteten Spuren auswählen und gleichzeitig nach unten regeln.

Schooljam Tipp: Den Lautstärkeregler der Master-Spur solltet ihr auf keinen Fall verändern und immer auf der Grundposition belassen.

5. Panoramaeinstellungen treffen

Mischt ihr einen Song, könnt ihr eure Mono-Instrumenten-Spuren im Stereopanorama verteilen – also zwischen der linken und rechten Lautsprecherbox platzieren. Dadurch wirkt euer Mix insgesamt breiter. Ihr kennt das bestimmt von professionellen Produktionen, bei denen die Instrumente von rechts nach links verteilt sind und ihr beispielsweise die Gitarre eher rechts wahrnehmen könnt.

Diese Einstellungen nehmt ihr über den sogenannten Panorama-Regler vor, den jede Spur eurer DAW besitzt. Er ist meist als Kreis angelegt, der euch so auch optisch Auskunft darüber gibt, wo im Stereopanorama sich das jeweilige Signal befindet. Ihr verändert damit im Grunde den Pegel des Signals auf der linken beziehungsweise rechten Box.

Panorama-Einstelfeungen vornehmen
Panorama-Einstellungen vornehmen

Dreht ihr den Regler ganz nach links, hört ihr es auch nur von dort, da die rechte Box keinen Anteil des Signals mehr erhält. Je weiter ihr das Signal nun nach rechts regelt, je mehr Anteile bekommt die rechte Box. Sind die Pegel rechts und links identisch, nehmt ihr das Signal aus der Mitte wahr.

Würden alle Instrumente aus der Mitte kommen, würde euer Mix sehr matschig klingen, da sich so Frequenzen überlagern. Jedoch gibt es beim Platzieren der Instrumente im Panorama einige Dinge zu beachten.

Wir möchten diesen Artikel einfach halten und gehen deswegen nicht weiter auf das „Warum“ ein. Kleiner Tipp: Stellt euch eine Bühne mit Musikern vor und versucht die Instrumente dort zu platzieren, wo sich der jeweilige Musiker befinden würde. Ihr solltet immer darauf achten, ein ausgewogenes Stereobild zu erzeugen, beziehungsweise ähnlich viele Elemente auf jeder Seite zu haben. Folgende Panning-Einstellungen sind ein guter Richtwert für euren Mix:

Schooljam Tipp: Eine Faustregel ist: Alle Signale über 200 Hz könnt ihr im Stereopanorama verteilen. Der Hauptgesang sollte jedoch in den meisten Fällen aus der Mitte kommen.

Mitte:
Bass-Drum
Bass
Haupt-Gesang
Solo-Gitarre

Links oder Rechts
Rhythmus-Gitarre 1 (L; zwischen 8 und 10 Uhr)
Rhythmus-Gitarre 2 (R; zwischen 2 und 4 Uhr)
Backing-Vocals (L/R je nach Spurenanzahl, gleichmäßig zwischen 8 und 4 Uhr verteilen)
Snare, Toms, Hi-Hat und Becken (zwischen 10 und 2 Uhr, stellt euch hier ein „echtes“ Schlagzeug vor)
Overheads (Hart Links/Rechts)

6. Mit dem Equalizer Frequenzbereiche definieren

Mit einem Equalizer könnt ihr die Frequenzbereiche eurer Audiospuren absenken und anheben. Hierfür stehen euch, je nach Modell, verschiedene Filter-Typen bereit. Die unterschiedlichen Anwendungsbereiche eines Equalizers zu erklären würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, deswegen zeigen wir euch einen einfachen Trick, um euren Mix nach vorne zu bringen.

Wichtig ist, dass ihr für jedes Instrument einen Frequenzbereich definiert. Überlagern sich Frequenzen verschiedener Instrumente, klingt euer Mix matschig und unprofessionell. Mit einem Low- beziehungsweise Hi-Cut eines Equalizers könnt ihr unnötige Frequenzbereiche eines Audiosignals entfernen und somit mehr Platz in eurem Mix schaffen.

Mit dem Equalizer Frequenzbereiche definieren
Mit dem Equalizer Frequenzbereiche definieren

Ladet ein Equalizer-Plugin mit Low- und High-Cut-Funktion auf jede Instrumenten-Spur eurer DAW. Mit einem Low-Cut könnt ihr die tiefen Frequenzbereiche einer Spur abschneiden, während eine High-Cut die hohen Frequenzen entfernt. Beim Einsatz dieser Filter wird euch der Begriff Flankensteilheit begegnen. Ein Wert von 24 dB pro Oktave ist hier ein guter Ausgangspunkt.

Nehmen wir die Gesangspur als Beispiel. Tiefe Frequenzbereiche unter 100 Hz werden nicht benötigt. Hier könnt ihr einen Low-Cut zwischen 80 und 100 Hz setzen. Je nach Song kann dieser Bereich auch höher liegen. Beim Einsatz dieser Filter solltet ihr zu jeder Zeit auf euer Gehör vertrauen. Achtet darauf, keine wichtigen Frequenzen abzuschneiden. Sobald ein Signal unnatürlich beziehungsweise zu dünn klingt oder im Mix untergeht, habt ihr den Equalizer vermutlich zu stark eingesetzt.

Schooljam Tipp: Bei der Verwendung eines Low- beziehungsweise High-Cuts solltet ihr das jeweilige Instrument, das ihr bearbeitet nicht solo sondern zum großen Teil im Kontext zu den anderen Audiosignalen abhören.

7. Kompressoren verwenden

Ein Kompressor begrenzt den Dynamikumfang eines Audiosignals. Einfach erklärt verringert er den Unterschied zwischen lauten und leisen Parts einer Audiospur. Nehmen wir beispielsweise eine Gesangsaufnahme.

Kompressor verwenden
Kompressor verwenden

Die unbearbeitete Spur verfügt über Lautstärkeschwankungen, die das Signal unnatürlich klingen lassen. Mit einem Kompressor könnt ihr nun die lauten Passagen ab einem Schwellenwert (Threshold) in einem bestimmten Verhältnis (Ratio) komprimieren beziehungsweise leiser machen und so an die leisen Parts angleichen. Das sorgt für mehr Durchsetzungsfähigkeit des Signals in eurem Mix.

Kompressoren sollten vor allem auf Spuren mit einem großen Dynamikumfang angewendet werden, wie beispielsweise Gesang und Akustikgitarren. Besonders live eingespielte Instrumente profitieren meist vom Einsatz dieses Effektes.

8. Mehr Hall

Nun habt ihr die Instrumente im Stereopanorama verteilt, Frequenzbereiche definiert und die Dynamik mancher Signale angepasst. Trotzdem klingt euer Mix noch ziemlich langweilig.  Was euch fehlt? Effekte! Ein unverzichtbarer Effekt für Musikproduktionen ist der Hall. Er versorgt euren Mix mit Tiefe und Raum. So könnt ihr eure Instrumente mit einem Klick in eine Kirche, Höhle oder Halle befördern.

Hallplug-in
Hallplug-in

Achtet darauf, Instrumente, die sich in tieferen Frequenzbereichen abspielen, wie beispielsweise die Bass-Drum, nicht mit einem Hall-Effekt auszustatten. Das sorgt oft für ein matschiges Klangbild. Für alle anderen Instrumentengruppen solltet ihr Hallräume bereitstellen.

Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen könnt ihr diesen Effekt direkt auf eine Spur laden und per Wet-/Dry-Regler des Hall-Plugins den Effektanteil regeln. Möchtet ihr jedoch mehrere Instrumente in den gleichen Hallraum schicken, empfiehlt sich eine andere Herangehensweise.

Erstellt einen neuen Bus (Send-Kanal) in eurer DAW. Dieser dient als Hallraum für eure Instrumente. Ladet hier das von euch gewünschte Hall-Plugin. Über die Send-Sektion jeder Audiospur im Mixer-Fenster, könnt ihr den Bus nun einem und/oder mehreren Instrumenten zuweisen.

Per Sendregler an der Instrumentenspur lässt sich der Bus (Send-Kanal) nun beschicken. Je weiter der Regler aufgedreht ist, je mehr Signal kommt auf dem Bus an. Es ist wichtig, dass der Hall-Effekt auf 100 Prozent Wet eingestellt ist. Natürlich könnt ihr auch mehrere Hallräume erzeugen und diese beschicken. Eurer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Folgendermaßen könnte ein Spurplan mit Effekt-Bussen aussehen:

Effekt Busse
Bus 4: Hall Schlagzeug
Bus 5: Hall Gitarre
Bus 6: Hall Vocals

Instrumente

Schlagzeug
Bass-Drum (kein Send)
Snare (Send: Bus 4)
Toms (Send: Bus 4)
Hi-Hat (Send: Bus 4)
Becken (Send: Bus 4)
Overheads (Send: Bus 4)

Bass (kein Send)

Gitarren
Solo-Gitarre (Send: Bus 5)
Rhythmus-Gitarre 1 (Send: Bus 5)
Rhythmus-Gitarre 2 (Send: Bus 5)

Vocals
Haupt-Gesang (Send: Bus 6)
Backing-Vocals (Send: Bus 6)

Schooljam Tipp: Auch ein Halleffekt sollte mit einem Low-Cut bearbeitet werden, da tiefe Frequenzen in Hallräumen oft für einen matschigen Mix sorgen.

9. Mit Subgruppen arbeiten

Mit der Verwendung als Send-Kanal habt ihr im letzten Punkt schon einen Weg kennengelernt, Busse zu nutzen. Jedoch gibt es noch weitere Einsatzbereiche dieser nützlichen Helfer.

So könnt ihr Busse auch dazu verwenden, um bestimmte Instrumentengruppen zusammenzufassen und diese gemeinsam auf einer Spur mit Plugins weiterbearbeiten. Ein weiterer Vorteil dieser Arbeitsweise ist, dass ihr so beispielsweise alle Gitarren oder die Sektionen des Schlagzeugs gleichzeitig in der Lautstärke verändern könnt.

Bei der Erstellung der Subgruppen könnt ihr euch am Spurplan orientieren und definieren, welche Spuren sich eignen, um in einer Subgruppe zusammengefasst zu werden. So kommt ihr schnell auf die Anzahl der zusätzlichen Busse, die ihr benötigt. Erstellt diese nun in eurer DAW. Als Ausgang der Spuren gebt ihr statt dem Master den jeweiligen Bus an, der Ausgang des Busses ist der Master. Auch Effekt-Busse könnt ihr nun gleichzeitig mit ganzen Instrumentengruppen beschicken. Folgendermaßen könnte ein Spurplan mit Subgruppen und Effekt-Bussen aussehen:

Subgruppen
Bus 1: Schlagzeug (Send Bus 4)
Bus 2: Gitarren (Send Bus 5)
Bus 3: Vocals (Send Bus 6)

Effektbusse
Bus 4: Hall Schlagzeug
Bus 5: Hall Gitarre
Bus 6: Hall Vocals

Instrumente

Schlagzeug
Bass-Drum (Output: Bus 1)
Snare (Output: Bus 1)
Toms (Output: Bus 1)
Hi-Hat (Output: Bus 1)
Becken (Output: Bus 1)
Overheads (Output: Bus 1)

Bass (Output Master)

GitarrenR
Solo-Gitarre (Output: Bus 2)
Rhythmus-Gitarre 1 (Output: Bus 2)
Rhythmus-Gitarre 2 (Output: Bus 2)

Vocals
Haupt-Gesang (Output: Bus 3)
Backing-Vocals (Output: Bus 3)

10. Übung macht den Meister

Unser letzter Tipp ist der wohl wichtigste Tipp dieses Artikels: Übung macht den Meister! Je mehr Mischungen ihr erstellt, je besser werden eure Ergebnisse. Gleichzeitig schult ihr das wichtigste Werkzeug, das ihr für einen guten Mix benötigt: Euer Gehör.

Musik richtig abmischen: Exportieren für das Mastering

Ihr habt euren Track gemischt und seid mit dem Ergebnis zufrieden. Nun möchtet ihr euren Song exportieren, um ihn zum Mastering-Engineer eures Vertrauens zu schicken. Doch wie funktioniert das eigentlich? Folgend haben wir für euch die einzelnen Schritte zusammengefasst. Übrigens ist es dabei egal, welche DAW ihr verwendet!

  1. Überprüft jede Spur auf Übersteuerungen und passt diese gegebenenfalls an oder nehmt sie neu auf!
  2. Entfernt die Plugins aus dem Master-Kanal.
  3. Achtet auf einen Pegel am Master von -6dB.
  4. Setzt den richten Startpunkt für den Export. Achtet darauf, dass am Anfang und Ende keine Informationen abgeschnitten werden.
  5. Öffnet nun den „Bounce/Export“-Dialog in eurer DAW.
  6. Um keinen Qualitätsverlust beim Exportieren zu haben, solltet ihr ein unkomprimiertes Format wie .WAV wählen.
  7. Möchtet ihr eure Musik veröffentlichen, ist ein Export bei 44,1 kHz mit 16 bit ratsam, da dies der Qualität einer CD entspricht. Für das Mastering trifft das nicht zu. Hier solltet ihr eure Musik in der Samplerate und Bittiefe eurer Session exportieren und gegebenenfalls mit dem Mastering-Engineer Rücksprache halten.

Schooljam Tipp: Ihr wollt wissen, welches Equipment ihr braucht, um zuhause Musik zu produzieren? Dann schaut doch bei unserem Artikel „Home Recording Setup für Bands und Musiker: Muss es denn gleich ein großes Mischpult sein?“ vorbei.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Produzieren eurer Musik und hoffen euch mit diesen Tipps weitergeholfen zu haben.