Musik zuhause aufnehmen: Wie geht das, was brauche ich?!

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In Zeiten von Lockdown und Kontaktbeschränkungen verlagern sich viele Dinge in die eigenen vier Wände. Da auch Bandproben und Recording-Sessions mit Bandkollegen derzeit nur eingeschränkt möglich sind, haben wir bei SchoolJam einen Recording-Wettbewerb ins Leben gerufen. Nachstehend geben wir euch ein paar Tipps, wie ihr zu Hause Musik aufnehmen könnt.

In diesem Artikel dreht sich alles um das Thema „Zuhause Musik aufnehmen“. Wir zeigen euch, welches Equipment beziehungsweise welche Software ihr braucht, um auch im „Homeoffice“ professionelle Aufnahmen umsetzen zu können, um am aktuellen SchoolJam-Recording-Wettbewerb teilnehmen zu können.

Die Wahl des richtigen Equipments hängt natürlich maßgeblich davon ab, welche Art von Musik ihr produzieren wollt: Mit Gesang der instrumental, Elektrnonik oder eine ganze Live-Band usw. Doch fangen wir von vorne an.

Die Musik-Zuhause-Aufnehmen-Agenda

1.1. Zuhause Musik aufnehmen: Rechner, Tablet oder doch ein mobiler Recorder?
1.2 Zuhause Musik aufnehmen: Die richtige Musik-Software für eure Produktionen
1.3 Zuhause Musik aufnehmen: Das richtige Audio-Interface finden
1.4. Zuhause Musik aufnehmen: Studiomonitore und/oder Kopfhörer
1.5 Zuhause Musik aufnehmen: Mikrofone
1.6 Zuhause Musik aufnehmen: Kabel
1.7 Zuhause Musik aufnehmen: Der richtige Raum
1.8 Zuhause Musik aufnehmen: Controller

1.0 Zuhause Musik aufnehmen: Dieses Equipment braucht ihr

Um zuhause Musik aufnehmen zu können, benötigt ihr gutes Equipment – und das muss nicht unbedingt teuer sein. Mittlerweile gibt es schon sehr gute Produkte für kleines Geld.  Zu Beginn solltet ihr euch Gedanken darüber machen, welche Dinge ihr wirklich braucht. Ein Singer/Songwriter beispielsweise benötigt weniger Gear um seine Musik recorden zu können als eine fünfköpfige Band. In den folgenden Absätzen zeigen wir euch, welches Equipment ihr braucht, um zuhause Musik aufnehmen zu können.

1.1 Zu Hause Musik aufnehmen: Rechner, Tablet oder doch ein mobiler Recorder?

Zuerst braucht ihr ein Medium, auf das ihr eure Musik zuhause aufnehmen und über das ihr eure Recording-Software absturzsicher laufen lassen könnt. Früher standen in den Tonstudios dieser Welt große Bandmaschinen, mittlerweile wurden diese meist durch leistungsstarke Rechner samt Software ersetzt. Aber auch ein Tablet beziehungsweise Smartphone oder ein mobiler Recorder sind eine gute Basis, um eure Tracks aufnehmen zu können.

Computer fürs Studio: Das muss euer Audio-Rechner können

Bevor ihr euch nach einem passenden Computer umseht, solltet ihr euch die Frage stellen, ob ihr ein Laptop oder doch ein stationäres System benötigt, um zuhause Musik aufnehmen zu können. Ein Laptop bietet den Vorteil, dass ihr es problemlos überall mit hinnehmen und so auch unterwegs Aufnahmen und Produktionen umsetzen könnt.

Computerarbeitsplatz im heimischen Studio
Computerarbeitsplatz im heimischen Studio

Ein Nachteil ist der im Vergleich zu einem stationären System etwas höhere Anschaffungspreis bei gleicher Leistung und die schwierigere Erweiterbarkeit in Bezug auf Anschlüsse und die inneren Werte. Jedoch spart ihr euch gleichzeitig einen externen Bildschirm – wobei das Arbeiten mit zwei Bildschirmen aufgrund der Übersichtlichkeit bei beiden Varianten zu empfehlen ist.

Ihr habt keinen eigenen Aufnahmeraum? In diesem Fall sind Computer-Tower meist die bessere Lösung. So sind die Lüfter eines Laptops bei rechenintensiven Musikprojekten oft sehr laut, während ein stationäres System problemlos in den Nebenraum verfrachtet oder mit einer leisen Wasserkühlung ausgestattet werden kann.

Ebenfalls wichtig ist, dass ihr genügend Anschluss-Ports für externe Festplatten, Controller und euer Audio-Interface einplant. Bei Laptops können diese schnell zur Mangelware werden. Solltet ihr keine Anschlüsse mehr zur Verfügung haben, könnt ihr euch jedoch externe Adapter zulegen und somit die Anschlusssektion eures Laptops erweitern. Über mindestens vier USB-2- bzw. 3-Ports sollte euer System jedenfalls verfügen.

In Bezug auf das Betriebssystem können wir euch zwei wichtige Anbieter empfehlen. Windows von Microsoft ist das wohl bekannteste und meistgenutzte Betriebssystem auf dem Markt. Die meisten musikalischen Software-Anwendungen laufen hier problemlos und auch eine Kompatibilität mit verschiedenster Hardware ist gegeben.

Computer von Apple samt eigenem Betriebssystem eignen sich ebenfalls hervorragend zur Musikproduktion. So ist mit „Garage Band“ bereits eine kostenlose Aufnahme-Software im Lieferumfang enthalten. Gleichzeitig bieten die eigens entwickelten M1-Chips des Herstellers genug Rechenleistung – auch für aufwendige Aufnahme-Sessions.

Eine Regel gilt jedoch, egal für welche Variante ihr euch entscheidet: Je größer der RAM-Speicher eures Audio-PCS, je besser. Hier speichern all eure laufenden Software-Anwendungen während des Betriebes ihre temporären Daten ab. Arbeitet ihr beispielsweise mit aufwendig gesampelten Software-Instrumenten, bekommt ihr mit mehr RAM-Speicher nicht so schnell Performance-Probleme. Wir empfehlen euch mindestens 16GB RAM-Speicher.

Bei der Wahl eures Speichermediums solltet ihr euch für eine interne SSD-Festplatte entscheiden. So werden Ladezeiten extrem verkürzt und ihr könnt euch auf die Musikproduktion konzentrieren. Auch bei externen Festplatten solltet ihr auf eine hohe Schreib- beziehungsweise Lese-Geschwindigkeit achten.

Die CPU eures Audio-Rechners ist ebenfalls wichtig. Ein Beispiel: Ihr erstellt eine neue Spur in eurem Aufnahmeprogramm. Hierfür wird ein Prozessorkern genutzt. Erstellt ihr eine zweite Spur, wird dafür ein neuer Kern verwendet. Schickt ihr dann beide Spuren auf einen Bus, wird wieder mehr Single-Core-Leistung benötigt. Mit einer aktuellen CPU von Intel oder AMD mit mehreren Kernen solltet ihr jedenfalls recht gut aufgestellt sein. Bevor ihr euch einen teuren Audio-Rechner zulegt, solltet ihr jedoch prüfen, ob der vorhandene Rechner nicht bereits für euren Anwendungsbereich ausreicht.

SchoolJam Tipp: Nutzt euren Audiorechner ausschließlich für die Musikproduktion. Ist eure Festplatte mit Spielen und anderen Software-Anwendungen zugemüllt, kann das negative Auswirkungen auf die Performance haben. Auch für das Surfen im Internet solltet ihr besser auf ein anderes Gerät zurückgreifen – Stichwort: Virenbefall!

Tablets und Smartphones: Kompakte Lösung für kleine Anwendungen

Auch Tablets und Smartphones eignen sich als kompakte Studio-Zentrale, um zuhause Musik machen zu können. Jedoch ist solch ein Setup besonders für unterwegs zu empfehlen, da Audio-Rechner insgesamt die bessere Lösung sind. So verfügen diese über mehr Anschlussmöglichkeiten. Außerdem stehen die meisten professionellen Hardware-Produkte und Software-Anwendungen nicht für Tablets bzw. Smartphones bereit.

Software für Mac und Mobiles
Software für Mac und Mobiles:  Korg Gadget 2

Nutzer von Produkten des Herstellers Apple können auf ein sehr großes Produkt-Portfolio im Bereich der Musikproduktion zurückgreifen. Aber auch Android-User werden von Herstellern alles andere als stiefmütterlich behandelt und finden ebenfalls viel Gear für ihre Gerätschaften vor. Ihr solltet jedoch in jedem Fall prüfen, ob sich euer Gerät zum Musikmachen eignet und ob eure gewünschte Hard-/Software auch mit eurem Tablet/Smartphone kompatibel ist.

SchoolJam Tipp: Viele Software-Hersteller veröffentlichen in den App-Stores sogenannte Remote-Apps. Somit könnt ihr eure Aufnahme-Software auf eurem Audio-Rechner oft per Tablet bzw. Smartphone fernsteuern.

Mobile Recorder: Multitalent für eure Aufnahmen

Auch mobile digitale Recorder sind eine gute Alternative/Ergänzung zu einem Audiorechner. Hierbei handelt es sich um tragbare Geräte zum Aufnehmen von Audiosignalen. Oft werden diese auch als Field-Recorder bezeichnet. So könnt ihr mit diesen Gerätschaften völlig autark und ortsunabhängig Aufnahmen realisieren.

ZOOM L-20R Digitalemixer
Der ZOOM L-20R Digitalemixer speichert Live-Aufnahmen auf SD-Karte

Meist werden diese auf einer SD-Karte abgespeichert. Viele Mobile Recorder verfügen über integrierte Effekte für Mixing- und Mastering-Anwendungen sowie integrierte Mikrofone. Gleichzeitig können viele Geräte dieser Gattung als Audio-Interface an eurem Audio-Rechner genutzt werden. Wichtige Hersteller in diesem Bereich sind Tascam, Zoom, Roland und Olympus.

Standalone Musikproduktions-Systeme

Besonders für Produzenten elektronischer Musik eignen sich Musikproduktions-Systeme, die keinen separaten Computer benötigen. Sie bringen alles an Sounds, Effekten und Software mit, was ihr für eine professionelle Musikproduktion braucht – samt integriertem Rechner. Bekannte Vertreter sind beispielsweise die Maschine+ von Native Instruments oder die MPC X von AKAI.

1.2 Zu Hause Musik aufnehmen: Die richtige Musik-Software für eure Produktionen

Eine Recording-Software wird im allgemeinen Sprachgebrauch als Digital Audio Workstation, kurz DAW bezeichnet. Hierbei handelt es sich um ein computergestütztes System für Aufnahmen, Musikproduktionen, Abmischungen und das Mastering.

In vielen großen Tonstudios gibt es unzählige Gerätschaften wie Kompressoren, EQs und Hallgeräte, um Audiosignale weiterbearbeiten zu können. DAWs verfügen ebenfalls über solche Gerätschaften, jedoch digital, als sogenannte Plugins. Auch Instrumente wie Synthesizer, Streicher, Pianos und dergleichen sind meist als virtuelle Nachbildungen im Lieferumfang enthalten.

SchoolJam Tipp: Viele Hersteller bieten ausgedehnte und kostenlose Testversionen an. Diese können meist zwischen 30 und 90 Tagen genutzt werden. So könnt ihr die DAW eurer Wahl erstmal ausgiebig testen.

Eine Recording-Software vereint praktisch eine Bandmaschine, Effektgeräte und Instrumente in einer virtuellen Umgebung. Folgend stellen wir euch vier kostenpflichtige DAWs vor, mit denen ihr zuhause Musik aufnehmen könnt.

Steinberg Cubase

Steinberg Cubase
Steinberg Cubase

Steinberg Cubase ist eine der am meisten genutzten DAWs und mittlerweile in Version 11 erhältlich. Sie kommt je nach Version mit einem großen Plugin-Paket daher und ist perfekt auf einen professionellen Workflow zugeschnitten. Die Recording-Software ist in den drei Varianten Elements (99,99 Euro), Artist (331,99 Euro) und Pro (581,99 Euro) erhältlich. Für die Verwendung der beiden größeren Versionen benötigt ihr übrigens einen separat erhältlichen USB-eLicenser, den ihr problemlos im Musikhaus eures Vertrauens kaufen könnt. Steinberg Cubase eignet sich für alle Anwender, die Musik komponieren, arrangieren, mischen und mastern möchten.

Apple Logic Pro (Apple only)
Wer Logic Pro X kauft, erhält kostenlose Updates auf Lebenszeit. Da die Software jedoch ausschließlich auf Geräten von Apple läuft, sollten sich Windows-Nutzer anderweitig umsehen. Ein großes Software- und Soundpaket ist enthalten und wird stetig erweitert. Die DAW arbeitet perfekt im Apple Eco-System. So kann beispielsweise ein iPhone oder iPad als Fernsteuerung genutzt werden. Außerdem ist die Software genau auf die Computer des Herstellers angepasst und läuft sehr stabil. Logic Pro X ist im Apple App-Store für 229,99 Euro erhältlich und eignet sich für jeden, der Musik produzieren möchte.

Ableton Live
Ableton Live ist eine starke Musikproduktions-Software, die sich besonders an EDM- und Hip-Hop-Produzenten richtet. Künstler wie beispielsweise Paul Kalkbrenner verwenden die DAW seit Jahren und setzen diese auch live auf der Bühne ein. Ein großes Effekt- und Soundpaket ist im Lieferumfang enthalten. Erhältlich ist Ableton Live in den Versionen Intro (63 Euro), Standard (279 Euro) und Suite (479 Euro). Alles in allem eignet sich diese DAW besonders für alle Produzenten elektronischer Musik.

Ableton Live 11
Ableton Live 11

Image-Line FL Studio
Besonders Hip-Hop-Produzenten sollten sich FL Studio von Image Line genauer ansehen. So schwören viele erfolgreiche Künstler des Genres auf den einfachen Workflow der DAW. Eine riesige Anzahl an integrierten Plugins, bestehend aus Samplern, virtuellen Effekten und Synthesizern sind enthalten. Übrigens: Updates gibt es kostenlos auf Lebenszeit. Die Software ist in den Versionen Fruity (89 Euro), Producer (189 Euro), Signature (289 Euro) sowie All Plugins (489 Euro) erhältlich.

SchoolJam Tipp: Viele DAWs gibt es auch in abgespeckten Versionen, mit einem eingeschränkten Funktionsumfang. So verfügen diese Varianten meist über eine begrenzte Spuranzahl und weniger Effekte/Instrumente, sind dafür aber auch um einiges günstiger oder kostenlos zu haben. Für die meisten semiprofessionellen Anwender dürften diese kleineren DAWs jedenfalls vollkommen ausreichen.

Kostenlose Recording-Software
Bevor ihr euch eine kostenpflichtige DAW besorgt, könnt ihr euch auch erstmal eine kostenlose Recording-Software herunterladen. Diese Varianten verfügen oft über sehr große Limitierungen, geben jedoch gleichzeitig einen hervorragenden Einblick in die Arbeitsweise mit einer digitalen Produktionsumgebung. Und wer weiß, vielleicht sind die DAWs for free für euren Anwendungsbereich auch vollkommen ausreichend, um zuhause Musik zu produzieren. Folgend haben wir vier kostenlose DAWs für euch verlinkt:

  1. Avid Pro Tools First
  2. Apple Garage Band (nur für Apple Systeme, im Apple App-Store erhältlich)
  3. Tracktion Waveform Free
  4. Studio One Prime

SchoolJam Tipp: Manche Hersteller bieten vergünstigte EDU-Versionen für Schüler, Studenten und Lehrkräfte an.

1.3 Zuhause Musik aufnehmen: Das richtige Audio-Interface finden

Wenn ihr zuhause Musik produzieren möchtet, solltet ihr euch zudem mit Audio-Interfaces, auch Wandler genannt, auseinandersetzen. Spätestens wenn ihr Instrumente oder Gesang aufnehmen möchtet, benötigt ihr solch ein Gerät. Einfach gesagt übersetzt ein Audio-Interface Audiosignale so, dass sie mit einem Computer aufgenommen werden können. Gleichzeitig bietet es Abhörmöglichkeiten beziehungsweise Ausgänge, an welche ihr Kopfhörer oder Lautsprecher anschließen könnt.

Focusrite 18i20 3rd Generation Audio Interface
Focusrite 18i20 3rd Generation Audio Interface

Viele von euch werden sich jetzt fragen, wieso neben der On-Board-Soundkarte des Computers ein externes Audio-Interface benötigt wird. Diese Wandler sind speziell für die Aufnahme von Audiomaterial entwickelt worden und verfügen so über eine vergleichsweise hohe Aufnahmequalität. Außerdem besitzen sie meist integrierte Vorverstärker, mit denen ihr den Pegel der aufzunehmenden Instrumente richtig einstellen könnt.

Es gibt schon sehr kleine Audio-Interfaces mit nur einem oder zwei Eingängen, aber auch größere Vertreter mit acht oder mehr Inputs. Mischpulte mit integriertem Audio-Interface sind besonders für Bands interessant, da sie einerseits viele Eingänge bereitstellen und andererseits auch für Bandproben genutzt werden können. Alle Features von Audio-Interfaces zu erklären würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Wir haben die wichtigsten für euch zusammengefasst.

Über diese Features sollte euer Audio-Interface verfügen!

Vorverstärker:
Mochtet ihr beispielsweise Instrumente aufnehmen, ist ein Vorverstärker wichtig. So könnt ihr Audio-Signale verstärken, um einen guten Aufnahmepegel zu erreichen.

Tascam US-4x4HR Audiointerface

Mikrofon-Eingang:
Mikrofone werden meist per XLR-Kabel mit dem Audio-Interface verbunden. Somit sollte sich, je nach Anwendungsbedarf, mindestens ein XLR-Eingang am Audiointerface befinden.

48-Volt-Phantomspeisung:
Es gibt verschiedene Mikrofontypen, auf die wir etwas weiter unten in diesem Artikel eingehen werden. Kondensatormikrofone bedürfen meist einer 48-Volt-Phantomspeisung als Spannungsversorgung über das Interface.

Line-Eingang:
Externe Audiogeräte wie Kompressoren oder Equalizer, sowie Keyboards und Synthesizer benötigen einen Line-Eingang.

HiZ-Eingang:
Wenn ihr beispielsweise virtuelle Amps nutzt, braucht ihr das DI-Signal eurer Gitarre. Dank des HiZ-Eingangs könnt ihr auf eine externe DI-Box verzichten.

Kopfhörerausgang:
Über einen oder mehrere Kopfhörerausgänge samt Verstärker könnt ihr eure Headphones mit dem Audio-Interface verbinden und so eure Musik abhören.

Monitor-Outs:
Hier werden eure Lautsprecher mit dem Audio-Interface verbunden.

Direct-Monitoring:
Direct-Monitoring bedeutet, dass ein Eingangssignal wie ein Gitarrensignal ohne Verzögerung auf den (Kopfhörer-)Ausgang ausgegeben werden kann. So ist es möglich, beim Aufnehmen Timing und Tonhöhe richtig zu kontrollieren.

MIDI
Um auch externe Klangerzeuger oder Controller einbinden zu können, sollte euer Audio-Interface auch über eine MIDI-Schnittstelle verfügen.

1.4. Zuhause Musik aufnehmen: Studiomonitore und/oder Kopfhörer

Um eure Signale beim Aufnehmen und Mischen abhören und richtig beurteilen zu können, benötigt ihr spezielle Studio-Lautsprecher und/oder Kopfhörer. Viele von euch fragen sich jetzt wahrscheinlich, wieso sie nicht einfach ihre Hi-Fi- oder Gaming-Speaker für diesen Zweck verwenden können. Beim Beurteilen eurer Aufnahmen und Abmischungen steht jedoch ein Aspekt im Fokus: Ein neutrales Klangbild.

Fluid Audio FX80
Fluid Audio FX80 Nearfield Monitore

Einfach gesagt bedeutet das, dass eure Musik im besten Fall genauso wiedergegeben wird, wie sie eben klingt. Viele Gaming-Lautsprecher oder Hi-Fi-Kopfhörer verfügen über einen angepassten Frequenzgang. Oft werden hier beispielsweise die Bassfrequenzen betont, was bei einer Beurteilung eures Audiomaterials zu einem verfälschten Klangbild führt. Außerdem verfügen Studio-Lautsprecher über einen engeren Abstrahlwinkel.

Lautsprecher setzen sich aus verschiedenen Tönern zusammen, die für verschiedene Frequenzbereiche zuständig sind und über Frequenzweichen unterschiedlich beschickt werden. Also die Bassfrequenzen an den Tieftöner und so weiter. Gibt es beispielsweise zwei Töner, die von Frequenzweichen beschickt werden, spricht man von einem Zwei-Wege-System.

Schooljam Tipp: Hier erfahrt ihr, wie ihr eure Boxen richtig aufstellt.

Bei Studioboxen befassen wir uns in diesem Artikel mit den gängigsten Typen, alles andere würde hier den Rahmen sprengen. So gibt es im Studiobereich zum einen aktive und zum anderen passive Lautsprecher. Aktive Speaker verfügen über einen oder mehrere integrierte Verstärker. Somit braucht ihr im Gegensatz zu passiven Lautsprechern keinen externen Verstärker, um die Boxen betreiben zu können. Somit sind die aktiven Varianten auch die platzsparendere Lösung.

Außerdem solltet ihr auf die passende Größe der Studio-Monitore achten. Wir möchten euch in diesem Artikel Near- und Midfield-Monitore empfehlen. Besonders Nahfeldmonitore sind in akustisch nicht optimierten und/oder kleineren Räumen die beste Wahl. Bei Nahfeldmonitoren solltet ihr, für ein optimales Hörerlebnis, 1-2 Meter vom Lautsprecher entfernt sitzen, bei Midfields ca. 2-4 Meter.

Eine Mischung auf nur einem Abhörsystem alleine zu erstellen, ist nicht empfehlenswert, da eure Songs auch auf Endgeräten wie Smartphones gut klingen sollen. Jedoch braucht ihr kein weiteres teures Boxen-Setup. Als sogenanntes Referenzsystem können die Anlage im Auto, eine Bluetooth-Box oder auch ein Küchenradio hilfreich sein. Wichtig ist, dass ihr die Systeme gut kennt. Auch Kopfhörer solltet ihr euch für euer Home-Studio besorgen.

Schooljam Tipp: Viele aktive Lautsprecher verfügen über integrierte DSPs. Das sind digitale Prozessoren, die beispielsweise die internen Frequenzweichen berechnen und Laufzeitunterschiede zwischen Treibern ausgleichen.

Wie bei Studio-Lautsprechern ist auch bei Kopfhörern ein neutrales Klangbild wichtig. Bei Aufnahme-Sessions solltet ihr den Musikern einen sogenannten Kopfhörer-Mix erstellen. Hierbei schickt ihr euren Song inklusive Metronom über die Kopfhörer zum Musiker. Dieser kann dann dazu performen. Offene und geschlossene Kopfhörer sind die gängigsten Modelle im Studio. Folgend möchten wir euch die Vor- und Nachteile beider Varianten erklären.

spl Marc One
spl Marc One Monitorcontroller

Offene Kopfhörer
Bei offenen Kopfhörern ist das Gehäuse der Ohrmuschel luftdurchlässig. Das hat einen offenen Klang und eine gute räumliche Darstellung zur Folge. Somit eignet sich diese Bauform perfekt als Referenzsystem fürs Abmischen. Jedoch sind die Geräusche aus dem Kopfhörer von außen wahrnehmbarer als bei geschlossenen Systemen. Das kann vor allem bei Aufnahme-Sessions negativ ins Gewicht fallen, da die Klänge aus dem Kopfhörer vom Mikrofon eingefangen werden.

Geschlossene Kopfhörer
Hier ist die Ohrmuschel des Kopfhörers von außen verschlossen und nicht luftdurchlässig. Außengeräusche werden bei diesen Modellen schon bauartbedingt gut gedämpft. Gleichzeitig leidet jedoch die räumliche Darstellung. Jedoch eignen sich diese Systeme perfekt für Aufnahme-Sessions, da sie kaum Geräusche nach außen lassen. Wer das Beste aus beiden Welten möchte, kann auf halboffene Systeme zurückgreifen.

ADAM Audio SP5
ADAM Audio SP5
1.5 Zuhause Musik aufnehmen: Mikrofone

Mikrofone sind ein wichtiger Bestandteil eures Homestudios, wenn ihr Vocals oder aber akustische Instrumente aufzeichnen wollt. Wer alektronsiche Musik machen möchte, der muss sich hiermit eigentlich weniger befassen. Doch welches Mikrofon ist das Richtige? Wir stellen euch folgend drei Mikrofontypen vor.

Kondensator-Mikrofone
Kondensator-Mikrofone werden besonders gerne im Tonstudio eingesetzt, da sie meist recht neutral klingen und über eine sehr hohe Auflösung verfügen. Sie sind empfindlicher als dynamische Mikros und weisen eine bessere Darstellung der höheren Frequenzbereiche auf. Um solch einen Schallwandler zu betreiben, benötigt ihr eine externe Spannungsversorgung. Diese könnt ihr über ein Interface mit 48-Volt-Phantomspeisung realisieren. Kondensator-Mikrofone eignen sich besonders zur Abnahme von Gesang, Akustikgitarren, Schlagzeug-Overheads, Klavieren und Streichern.

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Fame Audio Vocal Starter Kit

Dynamische-Mikrofone
Dynamische Mikrofone sind robuster als Kondensator-Mikrofone, weswegen sie sich besonders für den Live-Einsatz eignen. Außerdem benötigen sie keine 48-Volt-Phantomspeisung, um zu funktionieren. Übrigens sind auch hohe Pegel, wie sie beispielsweise bei der Abnahme einer Bass- oder Snare-Drum vorkommen, kein Problem für diese Schallwandler. Das Impulsverhalten ist jedoch schlechter als bei Kondensator-Mikrofonen, was sich besonders in der geringeren Abbildung der Höhen zeigt. Für die Aufnahme von Gitarren, Stimmen oder Ähnlichem im Studio, solltet ihr deswegen auf Kondensator-Mikrofone zurückgreifen.

USB-Mikrofone
Egal ob Homerecording, Podcasting oder Streaming – USB-Mikrofone bieten einige Vorteile gegenüber „klassischen“ Mikrofonen. So verfügen sie über integrierte Vorverstärker, die meist perfekt auf das Mikrofon abgestimmt sind. Auch Kopfhörerverstärker sind oft verbaut und das Signal wird direkt im Mikrofon gewandelt. Somit lässt sich in den meisten Fällen ein kompaktes Setup realisieren.

Dieser Umstand macht USB-Mikrofone besonders für mobile Anwendungen interessant. Auch wenn der Studiotisch im Wohnzimmer wenig Platz bietet, sind diese Schallwandler eine Überlegung wert. Zum großen Teil funktionieren USB-Mikrofone sowohl mit Windows-Computern als auch auf Mac-Systemen. Teilweise können auch Smartphones oder Tablets verwendet werden.

1.6 Zuhause Musik aufnehmen: Kabel

Ein Audiokabel von guter Qualität sorgt für eine bessere Wiedergabe- und Aufnahmequalität. Die meisten Kabel im Studio sind symmetrisch ausgelegt, jedoch gibt es auch unsymmetrische Verbindungen – beispielsweise bei Instrumenten wie einer E-Gitarre. Doch was bedeutet das eigentlich?

Ein unsymmetrisches Kabel besteht aus zwei Leitern (Adern). Einer von ihnen ist für die Schirmung und Masse verantwortlich, der andere überträgt das Signal. Unsymmetrische Kabel sind preiswert und kurze Kabelstrecken können meist ohne Störgeräusche realisiert werden. Ein großer Nachteil unsymmetrischer Kabel ist, dass lange Kabelverbindungen sehr anfällig gegenüber Störgeräuschen sind. Viele unsymmetrische Kabel sind als Klinken- oder Cinch-Kabel ausgelegt. Übrigens: Auch sogenannte S/PDIF-Verbindungen sind unsymmetrisch.

Im professionellen Umfeld sind symmetrische Verbindungen weit verbreitet. So kommt es vor, dass beispielsweise unsymmetrische Kabelverbindungen einer E-Gitarre zum Interface durch eine DI-Box oder den HiZ-Eingang des Interfaces „symmetriert“ werden. Das asymmetrische Signal wird so in ein symmetrisches umgewandelt.

Cordial Studio Bundle
Cordial Studio Bundle

Doch welchen Vorteil bringt diese Art der Übertragung? Neben den bereits erwähnten Adern für Masse und Nutzsignal (A) verfügt ein symmetrisches Kabel über eine weitere Ader. Diese überträgt auch das Nutzsignal (B) – allerdings mit entgegengesetzter Polarität. Dabei ist die Verbindung so konzipiert, dass sich Störsignale gegenseitig aufheben. Somit sind symmetrische Kabelverbindungen kaum anfällig gegenüber Störsignalen.

Audiosignale können auch digital übertragen werden und sind damit fast frei von Verlusten. Bei diesen Verbindungen wird eine Abfolge von Zahlenwerten in gleichmäßigen Intervallen abgegeben. Jede Zahl repräsentiert die Amplitude zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die sogenannte Sample-Rate legt die Geschwindigkeit der Abfolge fest.

Um eine hohe Klangqualität zu erhalten, solltet ihr auf hochwertige Audiokabel setzen. Achtet beim Kauf also immer auf eine gute Verarbeitungsqualität und Abschirmung. Wenn möglich, solltet ihr auch die Lötstellen prüfen. Vergoldete Stecker sorgen dafür, dass Kabel langlebiger sind.

Schooljam Tipp: Ein guter und günstiger Anbieter für professionelle Studio-Kabel ist der deutsche Hersteller Cordial. Unter folgendem Link findet ihr passende Kabel für euer Homestudio:

https://www.cordial-cables.com/de/homestudio-verkabelung

Ihr wollt mehr über Kabel und Steckertypen erfahren? Dann solltet ihr folgenden Artikel lesen!

1.7 Zuhause Musik aufnehmen: Der richtige Raum.

Zu Beginn möchten wir einen Mythos besprechen, der schon lange Zeit durch die Foren dieser Welt geistert. „Absorber eignen sich dazu, Räume zu isolieren. Ganz getreu der Floskel: „So klappt es mit den Nachbarn“. Um eine gute Schallisolierung zu erreichen, bedarf es jedoch anderer Lösungen. Kostspielige Raum-in-Raum-Systeme sind hier das richtige Mittel.

Raumakustik ist ein großes Thema, das den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Kurz gesagt: Habt ihr einen akustisch schlechten Raum, ist es schwierig eine gute Abmischung zu realisieren. Denn wie sollt ihr ein Signal richtig beurteilen, das durch den Raum beeinflusst und/oder verändert wird? Besonders Reflexionen von Wänden sorgen oft für ein verfälschtes Klangbild. Einen Raum akustisch zu optimieren und ihn mit Absorbern und Diffusoren zu einem guten Klang zu verhelfen ist kostspielig. Doch auch wenn das Budget für eine Raumoptimierung nicht vorhanden ist, gibt es ein paar Dinge, die ihr bei eurem Raum beachten könnt.

10 Tipps für die Gestaltung eines Aufnahmeraums

  1. Euer Raum sollte nicht zu klein sein
  2. Platziert Matratzen vor Fenstern oder glatten, gegenüberliegenden Wänden
  3. Steinwolle in die Ecken des Raumes stellen
  4. Verlegt einen Teppich auf dem Boden
  5. Entkoppelt eure Boxen mit Boxenständern oder Schaumstoffuntersetzern von eurem Studiotisch
  6. Arbeitet mit Nearfield-Lautsprechern und Kopfhörern
  7. Schrägen sind euer Freund
  8. Achtet auf eine gute Platzierung eurer Boxen
  9. Eierkartons bringen gar nichts
  10. Sitzt nicht in der Mitte eines quadratischen Raumes

Folgend geben wir dir noch einen kurzen Überblick über die wichtigsten Akustikmodule, die dir dabei helfen perfekt zuhause Musik aufnehmen zu können.

Absorber
Absorber sind Akustik-Module, die dafür genutzt werden, Flatterechos, Kammfilter und als Bassfalle auch Raummoden zu minimieren, sodass die Abhörsituation, Klangqualität und Sprachverständlichkeit verbessert wird.

Bassfallen:
Besonders die Ecken eines Raumes sind der perfekte Rückzugsort für Bassfrequenzen. Hier fühlen sie sich besonders wohl und versammeln sich zum ausgiebigen Gespräch. Sogenannte Bassfallen sind Absorber, die speziell für das Eliminieren tiefer Frequenzbereiche entwickelt wurden.

Diffusoren:
Kurz gesagt zerstreut ein Diffusor Schallwellen im Raum, um die Ortung ebendieser schwerer zu gestalten.

1.8 Zuhause Musik aufnehmen: Controller

Auch Controller sind ein wichtiger Bestandteil eines Recording Studios und optimieren deinen Workflow, um zuhause Musik aufnehmen zu können. Wir stellen dir die wichtigsten Vertreter dieser Gattung vor.

DAW-Controller
DAW-Controller sind speziell auf die Steuerung einer DAW optimierte Geräte. Meist sind sie mit separaten Tasten für die Transport-Sektion, Motor-Fadern und Funktionstasten für oft genutzte Befehle ausgestattet.

Schooljam Tipp: Es gibt DAW-Controller, die speziell für eine bestimmte Recording-Software konzipiert wurden.

Keyboard-Controller
Ein Keyboard-Controller verfügt über eine Klavier- oder Keyboard-Tastatur und ermöglicht so das Einspielen von Software-Instrumenten in der DAW.

Novation Launch Key 61 MIDI Controller
Novation Launch Key 61 MIDI Controller

Pad-Controller
Pad-Controller eignen sich besonders, um Schlagzeug-Parts mit Software-Instrumenten einzuspielen.

Novation Launchpad X
Novation Launchpad X

Wir hoffen, euch in diesem Artikel einen guten Überblick über das notwendige Equipment für euer Home-Studio gegeben zu haben. Ihr wollt wissen, welches Studio-Setup für euren Anwendungsbereich am besten geeignet ist? Dann empfehlen wie euch diesen Artikel